Die wichtigsten Götter der Wikinger
Dies ist nur ein winziger Ausschnitt der Götterwelt der Wikinger.
Der Glaube der Nordmänner war nicht wie viele andere Religionen auf ein Heilsversprechen ausgerichtet,
sondern zeichnete sich durch eine Düsternis aus, welche den rauen Lebensraum und den damit verbundenen Alltag wiederspiegelte.
Das Ende war gewiss, wie man diesem entgegentrat zählte.
Der größte Ruhm, welchen ein Krieger erlangen konnte, war es in der Schlacht zu fallen,
denn von jenem Schlachtfeld würden Ihn die Wallküren direkt nach Wallhalla führen.
Hier würde er in der goldenen Halle an Odins Tafel Platz nehmen um dort das Ende der Welt – Ragnarök -
zu erwarten und ein letztes Mal für Menschen und Götter in die Schlacht zu ziehen.
Odin ist der wichtigste unter den Asen. Er ist weise und des Zauberns mächtig; er ist der König der Götter.
Der Mittwoch ist sein Tag (norw. onsdag - Odins Tag). Odin besitzt zwei Raben - Huginn und Muninn.
Jeden Morgen fliegen sie über die Welt, um zu sehen und zu hören, und am Abend kommen sie heim, um Odin alle Neuigkeiten zuzutragen.
Sein Speer heißt Gungnir; er trifft jedes Ziel. Von Odins Ring - Draupnir (Träufler) - tropfen jede neunte Nacht acht gleich prachtvolle Ringe ab.
Odin hat nur ein Auge, das zweite verpfändete er einst in seiner Jugend an den Riesen Mimir,
um aus der wunderbaren Quelle der Weisheit trinken zu dürfen, die Mimir bewachte.
(Bei einer späteren Gelegenheit wurde Mimir enthauptet; Odin aber fand das blutige Haupt des Riesen und salbte es mit heilenden Kräutern.
Die Augen öffneten sich sofort, und der Mund konnte wieder Worte formen. Seitdem war Mimirs Kopf einer der besten Berater Odins...)
Die Frau Odins heißt Frigg.
Odins Sohn Thor ist der zweitmächtigste der Götter. Der Donnerstag (norw. torsdag Thors Tag) ist sein Tag.
Thor ist stark und hitzig - und geht nie der Möglichkeit aus dem Weg, mit Riesen oder Trollen einen Kampf auszufechten.
Obwohl Tyr (norw. tirsdag Tyrs Tag) ihn vielleicht an Mut übertrifft, gibt es auf der ganzen Welt niemanden, der so stark wäre wie Thor.
Und sein Hammer Mjöllnir ist die gefährlichste Waffe im Himmel und auf Erden. Thor kann ihn so klein oder so groß machen,
wie es ihm gefällt. Wirft er den Hammer, trifft dieser alles, was der Gott anvisiert und kehrt immer in seine Hand zurück.
Wenn Thor sich auf Reisen begibt, spannt er Böcke statt Pferde vor seinen Wagen. Selbst wenn die Böcke am Abend geschlachtet werden,
sind sie am nächsten Morgen wieder quicklebendig vorausgesetzt, man achtet genau darauf,
beim Essen keinen einzigen ihrer Knochen zu brechen und alle Reste zu sammeln und sie nach Beendigung der Mahlzeit
wieder fein säuberlich in ihr Fell zurückzulegen. Wenn Thors Wagen am Firmament entlangfährt, haben wir Gewitter (Thor = Donar = Donner).
Sif heißt seine Frau. Ihr Haar ist aus Gold, und von allen Asinnen, den nordischen Göttinnen, ist es nur die Liebesgöttin Freyja, die schöner ist.

Thor, im Kampf gegen Riesen, auf seinem, von Böcken gezogenen, Streitwagen.
Freyja ist es auch, die die Asen das Zaubern lehrte.
Sie besitzt ein magisches Falkengewand, dank dessen sie sich jederzeit in den Raubvogel verwandeln kann;
und auf Ausfahrten läßt sie ihren Wagen mit Vorliebe von einer Meute Katzen ziehen.
Jeder, der in Herzensangelegenheiten Rat und Trost sucht, wendet sich an Freyja, aber sie kann nicht helfen,
hat die Liebesgöttin selbst doch einen für Zeit und Ewigkeit währenden Liebeskummer!
Ihr eigener Ehemann hat sie verlassen und ist seiner Wege gegangen (niemand weiß, wohin).
Freyja weint oft bittere Tränen um ihn, und jedesmal sind ihre Tränen aus reinstem Gold...
Freyjas Bruder heißt Frey. Der Name bedeutet "der Herr" oder "der Vornehmste".
Er ist der Gott der Fruchtbarkeit. Eigentlich stammen sowohl er als auch Freyja aus dem Geschlecht der Wanen
(das heißt, sie gehören zu den Göttern, mit denen die Asen einst am Anfang aller Zeiten um die Weltherrschaft kämpften).
Das Geschwisterpaar kam ursprünglich, zusammen mit seinem alten Vater, als Geiseln zu den Asen.
Frey besitzt den phantastischen Eber mit den goldenen Borsten, Gullinborsti - das Schwein,
das sich zu Lande, zu Wasser und in der Luft gleich gut bewegen kann! Und er besitzt das magische Schiff Skidbladnir,
das immer nur in achterlichem Wind segelt und das man nach Verwendung wie ein Tischtuch zusammenfalten und in einen Beutel stecken kann.
Bei den Göttern in Asgard gibt es zahlreiche andere herrliche Schätze; am kostbarsten sind die magischen Äpfel,
die die Göttin Idun hütet - die Äpfel der ewigen Jugend, von denen die Götter hin und wieder ein Stück essen müssen,
um nicht alt und gebrechlich zu werden.
Odin hat viele Söhne. Es hat keinen Sinn, sie alle zu nennen.
An Heimdall kommen wir jedoch nicht vorbei. Er wurde vor Urzeiten auf wunderbare Weise von neun (!)
Riesen-Mädchen geboren und ist der Wächter der Götter. Er wohnt am Himmelsberg und bewacht die nach Asgard
führende Regenbogenbrücke Bifröst. Heimdall braucht weniger Schlaf als ein Vogel; er sieht nachts ebenso gut
wie am Tage und kann das Gras wachsen hören. Heimdall besitzt das Horn Gjallarhorn, in das er am letzten Tag blasen soll,
um die Asen zum letzten großen Kampf gegen Trolle und dunkle Mächte zu den Waffen zu rufen.
Balder ist der Sohn von Odin und Frigg. Er ist bekannt für seine Freundlichkeit, Milde und Klugheit.
Balder hat schlechte Träume und fürchtet sich davor, zu sterben; aber dank seiner Mutter die mächtigste aller Göttinnen von Asgard
schwören alle belebten Wesen und unbelebten Dinge, daß sie ihm niemals etwas antun werden.
In Asgard vergnügen sich die Götter nun damit, spielerisch auf Balder zu schießen, da er ja weder getötet noch verwundet werden kann.
Frigg jedoch hatte vergessen, den Mistelzweig zu befragen ihrer Meinung nach war er zu klein und unansehnlich.
Das kommt dem Intriganten Loki zu Ohren, und mit List stachelt er den blinden Höd dazu an, Balder zu erschießen.
Die Asen senden berittene Boten ins Totenreich, damit sie um Balders Rückkehr bitten. Hel, die Königin des Totenreichs sagt,
wenn die ganze Welt um Balder weine, solle er wieder lebendig werden. Und alle Dinge und alle Wesen selbst Steine und Bäume versuchen
(vergeblich), den Toten ins Leben zurückzuweinen.