Am Tag der Frigg schlugen wir unser Lager bei leichtem Regen auf. Die Arbeit ging schnell von der Hand, da Tatendrang in unseren Seelen brannte und Freunde um uns waren. Nach einer Nacht mit strömendem Regen, begann der nächste Tag und als sich der Nebel lichtete und die Sonne hervorkam waren wieder alle frohen Mutes.
Jener Tag begann mit einer Meldung, die uns das Blut gefrieren ließ und lange Schatten auf die Zeit danach warf. Patrik der Nordmann war bei der Anreise tödlich verunglückt. Wir kannten einander nicht, doch wenn einer von wenigen geht, hinterlässt er eine große Leere. Kein Herz im Lager war mehr unbeschwert, man konnte es in jedermanns Augen sehen...
Der Markt war sicherlich klein, doch ist oft fehlende Größe Grund für besondere Leckerbissen. Strudelbaeckerey, Spezerey und Mocca-Zelt sorgten unter anderem für die Gaumenfreuden, jedoch war das leibliche Wohl nicht das einzig Reizvolle. Tuchfaerberey und Wissensbringerey labten die suchenden Geister mit Wissen über die alten Zeiten.
Das Fest stand im Zeichen des Wettstreits der Minnesänger. Von Zeit zu Zeit hatte auch unser Lager die Ehre den Sängern einen Platz anzubieten. Franz IV. und Stefan von der Auen nahmen an unseren Feuern platz und vertrieben etwas von der Kälte aus Herz und Knochen. Ja, Musik, die aus tiefster Seele kommt, nimmt das Herz gefangen und entführt es.
Als der Abend heraufzog und sich die Besucherreihen lichteten, wurde es wieder ruhiger... Ja, bis wir Wikinger zu singen begannen. Vielleicht glauben ja einige Araber wirklich, Hunde sängen besser, doch ernten sie dabei auch Lachen oder vergessen ihren Text?! Wir tauschten Geschenke aus, fanden neue Freunde bei der Bruderschaft der Ordensritter und Via Nostra und zechten bis die Feuer unter dem sternenklaren Himmel niedergebrannt waren.
Tags darauf erwachten wir schweren Herzens, da wir wussten, dies war der letzte Tag eines besonderen Jahres. An jenem Tag wurde Magnus Wernersson bei einem der Schauprozesse der Gruppe Via Nostra wegen Zechprellerei verurteilt. Leider ist Magnus noch kein offizielles Mitglied, wir bemühen uns aber diesen Mann des Wortes und Schauspiels in unsere Reihen zu holen. Vielleicht war Aggstein nicht unbedingt der größte Markt und manche mögen etwas zu beanstanden finden. Uns war es eine Ehre und Freude. Wir danken Christine Jäger für die ausgezeichnete Organisation und Versorgung.
Auf bald Ihr Freunde, die wir wiedersehen durften und auf bald Ihr Freunde, die wir erst auf diesem Markt fanden. Am Lagerfeuer des Mjöllnir-Clan’s soll immer Platz für euch sein.